Montag, 28. Januar 2013

Dresden zum Weitererzählen


Von Kaffeefiltern, Drachenbooten und verbogenen Hufeisen


Andrea Golinski

Leseempfehlung von DRESDENEINS

Books on Demand GmbH


 Andreas Golinski ist freier Journalist und Medienpädagoge. Über seine Firma go4media - Studio im St.-Benno-Gymnasium Dresden - bietet er unter anderem Projekte in den Bereichen TV, Social‑Media und Sprachen an. Er schreibt für verschiedene Agenturen und wirkt als Autor.

Andreas Golinski liebt seine Heimatstadt Dresden. Diese Liebe möchte er mit seinem Buch weitergeben.
So berichtet er über praktische Erfindungen wie den Kaffeefilter und berühmte Musiker wie Friedrich Schiller. Er beschreibt architektonische Kunstwerke, die einerseits genial, andererseits als moderne Architektur die Geister scheiden. Golinski widmet sich einer Emanzipation in Rot und Grün genauso herzlich wie der Eierschecke, eine der Dresdner Köstlichkeiten. Kennen Sie eigentlich den Hintergrund des Pflaumentoffels?

Neben der Führung anhand der geschichtlichen Ereignisse ist der Autor auch in Sachen Aufklärung zu Ost und West oder im Besonderen über das Tal der Ahnungslosen unterwegs.


Das Ampelmän(n)chen
Sachlich und journalistisch ist das Buch perfekt, obwohl der Autor gerade darauf keinen Anspruch erhebt. Und doch: Was mir fehlt, ist die Begeisterung. Die glühende Begeisterung, die der Autor seiner Stadt entgegenbringt. Dem Leser, der sich die Geschichten und Beschreibungen erschließt, sollte eine flammende Botschaft entstehen – „das muss ich mir anschauen“ oder „da muss ich unbedingt hin“.
Außergewöhnlich und genial finde ich die Angabe der Koordinaten für die beschriebenen Orte. Folgt man ihnen, so kann man Dresden mit seinen vielen verschiedenen Facetten kennenlernen.

Dresden? SO müssen Sie es erlebt haben.

Sonntag, 27. Januar 2013

Erfolgreiche Social-Media-Strategien für die Zukunft

Mehr Profit durch Facebook, Twitter, Xing und Co.

Claudia Hilker
Linde international & Wirtschafts Woche


Claudia Hilker ist Unternehmensberaterin und führt die Firma Hilker Consulting. Ihr Hauptthema ist Social Media. So führt sie Strategieberatungen durch, gibt Seminare, hält Vorträge und hat Lehraufträge an Hochschulen. Sie schreibt Marketing Bücher und ist aktive Bloggerin (http://socialmedia24.eu/).

Claudia Hilkers Buch „Erfolgreiche Social-Media-Strategien für die Zukunft“ ist eine logische Fortsetzung von „Social Media für Unternehmer“. Ausgehend davon, dass viele Unternehmen bereits die Möglichkeiten von Facebook und Co nutzen, erläutert sie die Herausforderungen bei der Implementierung von Social-Media und zeigt Wege auf, diese zukunftstauglich zu meistern.

Klassisches Marketing lässt in seiner Wirkung stetig nach. Social-Media bieten Alternativen für die Zukunft. Hilker hofft, dass sie mit ihrem Buch die Leserinnen  und Leser inspiriert, ihre eigenen Strategien zu entwickeln. Mittels praktischer Beispiele beschreibt die Autorin, welches Potenzial in der Nutzung der Social-Media für Marketing, PR, Personal und Vertrieb liegt. Sie benennt Chancen und Risiken, erörtert bestehende, erfolgreiche Strategien und stellt neuste Studien dazu in den direkten Vergleich.

Gerade im Kapitel „das Mitmachweb für Kunden“ überzeugt Hilker von der Wirkung des Sozial-Media-Marketings anhand der Best-Practice-Beispiele. Ob Porsche, Starbucks oder Old Spice, sie charakterisiert und demonstriert die Strategien, gibt Hinweise und Anregungen für die Entwicklung eigener Ansatzpunkte.

So, wie die Autorin auf die bestehenden Risiken aufmerksam macht, gibt sie gleichzeitig Tipps und Tools an die Hand. Damit kann man Gefahren vorbeugen beziehungsweise ihnen begegnen. Besonders im Kapitel „Social-Media-Monitoring“ zeigt die Autorin auf, wie wichtig eine geeignete Strategie ist.

Ihr aufgezeichneter Ausblick zeigt deutlich, dass Unternehmen von heute nicht mehr umhinkommen Social-Media zu nutzen und entsprechendes Marketing auf- und auszubauen. Es ist kein Trend, der sich nach einiger Zeit überholt hat. Es ist ein Weg, den die Gesellschaft im Umbruch zu neuen Beziehungsstrukturen bedingt.

Viel gibt es im Internet und in Büchern über das Thema Social-Media-Strategien zu lesen. Viele reden darüber. Doch leider wird immer noch zu wenig in Social Media gesetzt, gerade bei Klein- und Mittelständigen Unternehmen. Die Entwicklung ist rasant. Kunden und Unternehmen bewegen sich mehr und mehr im Internet. Die Kommunikation nimmt neue, schnellere Wege. Wer jetzt in Social-Media investiert hat zukünftig entscheidende Vorteile für sein Unternehmen. Denn der Erfolg einer solchen Strategie zeigt sich nicht sofort. Hier heißt es beobachten, mitmachen und dran bleiben.

Claudia Hilker bietet umfassende Modelle, beschreibt ausführlich ihre Erfahrungen und gibt umfangreiches Wissen an die Leser weiter. Sie schreibt ansprechend und formuliert für alle verständlich.

Mein Tipp: lesen und anwenden!


 

Donnerstag, 24. Januar 2013

Die besten Ideen für erfolgreiches Verkaufen

Hersg. Hans-Uwe Köhler – Autorenteam
GABAL Verlag

Hans-Uwe Köhler – Trainer, Top Speaker, Autor – hat in diesem Buch 33 Experten zu Wort kommen lassen. Seine Leidenschaft gehört dem Verkauf. Jeder Mensch verkauft jeden Tag. „Verkaufen heißt, die prinzipielle Entscheidungsschwäche eines Kunden zu dessen Vorteil zu kompensieren.“ Das ist in seinem Buch Haupttenor. Immer noch ist er Beruf und Begriff des Verkäufers negativ belastet. Das Verkaufen, welches Köhler vertritt, ist auf das Bedürfnis des Kunden – auf langfristige Geschäftsbeziehungen ausgerichtet. Kein Verkaufen des Gewinns zuliebe. In allen 30 Artikeln geben die Autoren ihre Empfehlungen, ihre Tipps für eben dieses Verkaufen weiter.

Wie kann ich meine Einstellung zum Verkauf ändern? Wie kann ich trotzdem bessere Resultate erreichen? Welche Hilfsmittel gibt es für mich? Von Social Media bis hin zum Humor, alles ist für den Verkaufserfolg nützlich.
So erfährt man etwas über die Planbarkeit des Erfolges, wie auch die Nutzung von moderner Technik. Außerdem wird auf die Bedeutung des demografischen Wandels auf den Verkauf Bezug genommen.

Verkaufen ist heute nicht mehr das wie vor 10-15 Jahren. Collin Croome zum Beispiel zeigt zu Recht in seinem Artikel die Entwicklung und die Möglichkeiten von Social-Media auf. Wie kann ein Verkäufer agieren, was kann er erreichen, ist es überhaupt wichtig? Croome beleuchtet einzelne Webplattformen, stellt Regeln für eine gute Kommunikation auf und macht den Erfolg im Netz messbar.
Auch der Satz: „Ich kann nicht verkaufen!“ ist oft zu hören.
„No trust – no sal“ so beginnt Hans Peter Frei seine Abhandlung des Themas. Wie werde ich erfolgreich. Wie ist meine Einstellung zum Verkauf. Welche Verantwortung habe ich.


Alle Co-Autoren geben kompetent und ehrlich ihr Wissen wieder und zeigen Wege auf. Sie legen gezielt ihre Verkaufsphilosophie und ihre Erkenntnisse dar.  Die Idee von Hans-Uwe Köhler, andere zu Wort kommen zu lassen, ist zielführend.

Auch wenn hier Methoden zur Kundenzufriedenheit und –bindung aufgezeigt werden, wird dem Hype „höher, besser, weiter“ gefrönt. Geht es darum den Ruf des Verkäufers zu rehabilitieren oder um den maximalen Verkaufserfolg?

Jeder, der sich mit dem Thema Verkauf beschäftigt, wird das Eine oder Andere entdecken können. Vom „klar“ bis zum „aha“ ist alles drin.

Sonntag, 20. Januar 2013

Die Gabe der Unvollkommenheit

Lass los, was du glaubst, sein zu müssen und umarme, was du bist


Brené Brown

J. Kamphausen Verlag

Brené Brown ist leidenschaftliche Forscherin. In vielen Studien beobachtete sie menschliches Verhalten, hauptsächlich zu den Themen Verletzlichkeit, Wut, Würde und Scham. Verschiedene Auszeichnungen – wie den College’s Outstanding Faculty Award – erhielt Brené Brown. Oft wird sie als leidenschaftliche Rednerin gebucht, wo sie schwierige Themen mit Humor, Wärme und Ehrlichkeit vermittelt.

2007 entnahm Brown ihren Forschungsergebnissen eine Erkenntnis, die sie selbst als Hiobsbotschaft bezeichnet. Alles woran sie glaubte, was ein glückliches Leben ausmacht (ein Leben aus vollem und tiefstem Herzen), wie: „hart arbeiten, sich an die Regeln halten, etwas so lange probieren, bis man es richtig hinbekam …“, wandelten sich plötzlich ins Gegenteil. Sie begann, ihr Leben neu zu überdenken und umzugestalten. Ihr Wunsch einen Ratgeber anhand ihrer Forschungsergebnisse zu schreiben, den sie selbst immer gesucht hatte , hat sie mit diesem Büchlein umgesetzt.

„Lass los, was du glaubst, sein zu müssen und umarme, was du bist“
Ein kleines schmales Büchlein mit tiefem Sinn und großen Denkanstößen.
Man liest es nicht so schnell, wie man mit dem ersten Blick glauben mag.
„Wie genau wir uns kennen und verstehen, ist von entscheidender Wichtigkeit. Wenn wir aber den Wunsch haben, ein Leben aus tiefstem Herzen zu führen, dann gibt es etwas, das noch bedeutsamer ist: uns selbst zu lieben.“

Damit stößt Brené Brown auf einen wunden Punkt. Viele haben sich schon mit diesem Thema befasst, denn Selbstliebe ist der Schlüssel zum Selbstwertgefühl. Welches Leben führen wir? Was strengen wir an, um die Anerkennung von anderen zu bekommen, die uns aufbaut? Warum haben wir den Wunsch cool zu sein – und ist es wirklich unser Wunsch? Wo kommen all diese Eigenarten her?

Oft klingen die Überschriften der einzelnen Kapitel sehr pathetisch, doch haben sie es in sich. Anhand ihrer Erlebnisse beschreibt sie einen Weg zu sich selbst. Sie zeigt, entsprechend ihrer Forschungsergebnisse, was wichtig ist und wie man es umsetzen kann. Gezielt spricht Brené Brown Themen an, die die meisten von beschäftigen, über die man aber nicht unbedingt redet. Wie zum Beispiel:
was andere über mich denken können, dem Bedürfnis nach Sicherheit, der Perfektionismus oder den Statussymbolen als Ausdruck von Selbstwert.

Brown gibt Anregungen, wie wir unser Leben leichter und somit lebenswerter gestalten, wie wir Ängsten in Stärke verwandeln, wie wir Gaben und Talente fördern.

Das Buch: Die Gabe der Unvollkommenheit ist ein etwas anderer Ratgeber. Doch es kann sich mit den Großen messen!

Dienstag, 15. Januar 2013

Liebe Dich selbst - und entdecke, was dich stark macht


Eva-Maria & Wolfram Zurhorst
GOLDMANN Verlag

Eva-Maria und Wolfram Zurhorst arbeiten als Coach in den Bereichen Beziehung und Karriere. Gemeinsame Entwicklung und Lebenserfahrung begründen ihre Arbeit als Coaches und Autoren. Gemeinsam und auch eigenständig gingen und gehen sie durch ein Leben aus vollem Herzen.

Der erste Titel des Buches lautete: „Liebe Dich selbst, auch wenn du deinen Job verlierst“, welches so von den Lesern nicht angenommen wurde. Nun die Neuauflage mit erweitertem Inhalt und mehr Bedeutung für die Partnerschaft.

Mit vielen Beispielen aus Ihrer beruflichen Praxis sowie aus eigenen Erlebnissen und Erfahrungen beschreiben die Autoren den Königsweg zur eigenen Entfaltung.
Zuhorsts hinterfragen die selbst gestellten Erfolgsansprüche, das Sicherheitsdenken und auch die im Unterbewusstsein sitzenden Erwartungen der Umwelt. Sie motivieren zur Istanalyse des eigenen Lebens.

·         Ist die Arbeit für mich Freude oder arbeite ich nur um den  
 Lebensunterhalt zu verdienen?
      ·         Ist meine Arbeit auch meine Berufung? Sind meine Talente voll
         eingesetzt?

      ·         Sind Arbeit und Familie nur getrennt voneinander zu leben?
      ·         Wie viel Zeit verbringe ich mit meiner Familie und wie viel mit der Arbeit?
      ·         Bin ich glücklich?

Viele tragen sich mit Angst-, Scham-, Schuld- oder Wertlosigkeitsgefühlen. Diese behindern sie, einen Weg in ihrem Leben zu bestreiten, der sie glücklich macht. Also unser eigenes Denken und Fühlen hindert uns am wirklichen Leben. Die Autoren motivieren und machen Mut neue – andere Wege zu beschreiten, sich selbst mehr zu beachten.

Die vielen aufgeführten Beispiele verführen den Leser gerade zu zum Vergleich mit der eigenen Existenz. Berührungspunkte, eigene Erfahrungen verstärken so die Botschaften der Autoren. Ihre Aussagen treffen Eva-Maria und Wolfram Zuhorst auch auf Grundlage der neusten Forschungsergebnisse von zum Beispiel dem Stressforscher Prof. Michael Kastner oder dem Neurobiologen Prof. Gerald Hüther.

Trotz der wissenschaftlichen Aussagen ist das Buch in einem sehr persönlichen und leicht lesbarem Stil gehalten. Durch die Ich-Form gestaltet es sich wie ein Vieraugengespräch, einmal mit Eva-Maria und dann wieder mit Wolfram Zuhorst. Schon einmal „Hausaufgaben“ nach einer Coachingsitzung gemacht? Hier machen sie es freiwillig und freuen sich auf Weiteres.

Alles in allem klingt es wie ein Weckruf. Was machen wir mit und aus unserm Leben?

Unbedingt lesen!

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Sternchenhimmel

Carl Hiaasen
Manhattan Verlag

Ein künstlich geschaffener Star. Ein Popsternchen, welches nicht singen kann, aber durch ihre Eltern und den Promoter als Marke aufgebaut. Doch die Haltbarkeit ist entsprechend begrenzt. Cherry Pye hat nichts anderes kennengelernt, als Star zu sein, Launen zu haben und dafür bekümmert zu werden. Ihren Willen durchzusetzen und egal was kommt, Spaß haben zu wollen. Doch weiß sie überhaupt, was Spaß bedeutet? Für sie sind es Party, Alkohol und Drogen. Eine Mixtur, die ihrer Karriere nicht gerade zuträglich ist. Hier müssen ihre Eltern, der Promoter und die PR-Zwillinge immer wieder eingreifen und ausbügeln. So werden Geschichten erfunden und mittels einer verpflichteten Doppelgängerin, die Schauspielerin Ann DeLusia, für die Medien handhabbar und erlebbar gemacht. Doch dann passiert das Unerwartete. Ann wird von einem Paparazzo entführt, der überzeugt ist, mit Cherry die Erfüllung seiner Träume gefunden zu haben. Das Drama beginnt.

Carl Hiaasen ist 1953 geboren und beim »Miami Herald« in Florida als Journalist tätig. Für ihn sind Themen wie Umweltschutz, Politik- und Wirtschaftsverfilzung, Verbrechen sowie Korruption und Umweltzerstörung eine Herzensangelegenheit. Daher sind sie auch in den Werken des Autors immer wieder Grundtenor. Seine Gesellschaftskritik umfasst besonders die Gedankenlosigkeit, die Leichtgläubigkeit, den Machthunger und die Skrupellosigkeit sowie die Profitgier der Menschen.

Teilchen für Teilchen setzt Hiaasen seine Geschichte zusammen. Gedanken puzzeln sich wie Bilder aneinander. Immer wenn man denkt, man kommt dem Zusammenhang der Handlung näher, nimmt das Geschehen eine andere Richtung. Selbst dann, wenn man die eine oder andere Anekdote voraussieht, wartet Carl Hiaasen mit einer Überraschung auf.

Seine Ausdrucksweise ist unkonventionell, salopp. Seine Dialoge sind voller Ironie, die Handlungsweise zynisch. Mit seinen ungezwungen Worten verweist er auf die Wunden der Gesellschaft. Trotz des ernsten Hintergrunds kann man sich des Lachens oft nicht erwehren. Schnell ist es gelesen, doch lange wirkt es nach.

Ein absolutes MUSS, nicht nur für jedes Buchregal.

Montag, 10. Dezember 2012

Die macht der Disziplin

Wie wir unseren Willen trainieren können

Roy Baumeister & John Tierney
Campus-Verlag

Erfolgreich ist nur der, der Selbstdisziplin besetzt und entsprechend zielgerichtet handelt. Das wissen wir. Also ist eine Zielsetzung Bedingung für Erfolg? Oder doch der Weg zum Ziel?
Auf der Suche, nach eigener besserer Organisation und Disziplin, fiel mir das Buch von Roy Baumeister und John Tiernes in die Hände.
Selbstdisziplin - wie kann man diese erlangen? Der Gedanke ließ mich nicht mehr los.

Roy Baumeister - Psychologie-Professor der Florida State University - und John Tierney - Wissenschaftskolumnist der New York Times - geben einen tiefen Einblick in die Psyche des Menschen. Zahlreich aufgeführte Experimente zeigen wie und warum unser Wille so funktioniert, wie wir es erleben. Unser Wille ist eine Art Muskel. Er kann erschlaffen, doch man kann ihn auch trainieren! Das macht Hoffnung.

Doch was genau ist eigentlich Willensstärke?
Wenn ich stark motiviert bin etwas zu erledigen, dann benötige ich sie nicht. Alles geht wie von selbst. Also ist Willensstärke die Kraft, die ich benötige, wenn ich nicht oder zu wenig motiviert bin, etwas zu erledigen?
Für Routinetätigkeiten benötige ich keine Willenskraft. Diese führe ich mal eben so aus. Oder nehmen Routinearbeit die Motivation? Ein schwieriges Thema, das viele Wissenschaftler bereits untersucht haben. Immer noch bieten sie alles auf, um einer Klärung wirklich nahe zu kommen.

Was haben nun Radieschen mit Disziplin zu tun? Warum sind Entscheidungen oft so schwierig? Was bedeuten Empathie und Selbstverpflichtung? Der Scheißegal-Effekt, das Gehirn auf Autopilot und Rettungsanker sowie Leuchttürme, sind Themen, die Roy Baumeister und John Tiernes tiefer beleuchten und dabei hilfreiche Anleitungen geben, das eigene Handeln zu überdenken.

Roy Baumeister und John Tierney geben Empfehlungen für einen festeren, stärkeren Willen – Ernährung, genug Schlaf, realistische Ziele setzen – kurz- und längerfristige.
„Aber während eine Henne zufrieden auf ihren Eiern sitzt, leiden die Menschen, wenn sie zu viele widersprüchliche Ziele verfolgen und deshalb keines davon erledigen und stattdessen nur tatenlos herumsitzen.“
Jeder einzelne aufgeführte Tipp, seine Selbstdisziplin – oder besser: Willenskraft - zu stärken birgt eine reelle Chance.

Das Kapitel: „Vom Selbstbewusstsein zum Narzissmus“ ist sehr interessant. Ein Spiegel unserer Gesellschaft oder was machen wir falsch? Ein wenig erschreckend, wenn ich das Ergebnis unseres Handelns heute sehe. Doch sind diese vermeidbar oder nur Extreme? Wird morgen nicht etwas anderes entdeckt, das diesem widerspricht?

Für mich stand bisher fest, Ziellosigkeit ist das Ergebnis von zu geringem Selbstbewusstsein. Bei „Deutschland sucht den Superstar“ - zum Beispiel - sieht man, was übertriebenes oder falsches Selbstbewusstsein anrichten kann.
Mit jeder Seite die ich verschlang, gelangte ich zu neuen Blickwinkeln.

Was mich sehr erfreute, war die Sichtweise der Autoren über Videospiele. Bisher werden sie meist verteufelt. Doch nicht jedes Spiel macht aggressiv oder stiftet gar zum Amoklauf an.
Gerade Videospiele erfordern Kompetenze, die unsere Kinder und Jugendlichen wirklich brauchen.
Sie müssen konzentriert arbeiten, komplizierte Regeln lernen, präziese Schritte machen, sich klare und erreichbare Ziele setzen. Dabei erhalten sie sofortiges Feedback und Motivation. Damit sie das Spiel bis zum Ende durchlaufen können, müssen sie es immer wieder versuchen. Also lernen, umsetzen, scheitern, üben und am Ende können sie siegen.
„Wer Erfolg haben will, muss bestimmte Voraussetzungen mitbringen – und die Disziplin haben, es wieder und wieder zu versuchen.“
Es ist eben doch alles Medizie – in den richtigen Dosen!

Mit weniger Aufwand mehr erreichen, das wollen wir alle. Der eine arbeitet besser kurz vor der Deadline, der andere arbeitet strikt seine To-do-Liste ab.
Jeder muss für sich entscheiden, was für ihn am effektivsten ist.
Oft sind es die einfachsten Hilfsmittel, die mich erstaunten und die ich in mein Leben übernehme. Zum Beispiel: Nichts tun und andere Tricks.
Besser kann ich Kinder und Jugendliche nicht dazu motivieren, doch bei meinen Medienprojekten mitzuarbeiten.

Für mich war dieses Buch ein echter Gewinn. Entscheiden Sie selbst!