Montag, 17. November 2014

Liebeskiller



Mia Magaloff ermittelt



Ingrid Schmitz




Ingrid Schmitz schreibt seit über 10 Jahren Krimis. Sie lernte Ihr Handwerk im Fernstudium und hat bis heute Krimikurzgeschichten, Anthologien, E-Books, Hörbücher und Kriminalromane in diversen Verlagen veröffentlicht.
Seit 2006 ist Schmitz im Second Life mit ihrem Avatar Sameja Lomba unterwegs. Das machte es ihr möglich, zu ihren Kriminalkurzgeschichten und –Romanen auch in der virtuellen Welt Lesungen zu geben. Sie verbindet in ihren Geschichten die reale mit der virtuellen Welt.


 „Im August 2011 nahm der Droemer Knaur Verlag, München/Neobooks 2 Leben - 1 Tod unter Vertrag und veröffentlichte ihn als aktualisiertes und interaktives E-Book/eRiginal. Ebenso bekam sie bei Neobooks die eigene E-Book-Reihe "Mörderisch liebe Grüße", in der jeweils drei Krimikurzgeschichten in einem E-Book vertreten sind. Bisher gibt es fünf Bände.

2011 veröffentlichte Schmitz ihre erste Biographie "Currywurst & Dolce Vita" über das Auswandererpärchen Anke und Dirk Leithäuser (Besser bekannt als Hasi und Didi von Goodbye Deutschland! Die Auswanderer bei VOX, die mit dem Imbisswagen an den Gardasee ausgewandert sind).

Ingrid Schmitz ist Mitglied bei Syndikat, Vereinigung Mörderische Schwestern und International Association of Crime Writers.“


Romance-Scammer oder Love-Scammer ein Begriff für Heiratsschwindler im WorldWideWeb. Es werden die Bedürftigkeit nach Nähe, Liebe und einer funktionierenden Beziehung ausgenutzt, um legal an die finanziellen Mittel des Opfers zu kommen. Schließlich geben sie es ja freiwillig – aus Liebe.
Diese Betrugsmasche ist durch SocialMedia auf dem Vormarsch und betrift beide Geschlechter. Es werden Personen gesucht, besonders Frauen ab 35 aufwärts. Diesen wird mit einer erfundenen Identität die Liebe suggeriert. Die Opfer fühlen sich verstanden, geliebt und endlich geborgen. Sie glauben den einen, einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Außenstehende glauben sie könnten dieses Spiel leicht durchschauen, doch einmal an der Angel setzen geschulte „Jäger“ die Sprache der Psychologie und Rhetorik so ein, das auch sie dem Zauber verfallen. Das ist die Gefahr.

Es gibt bereits viele Geschichten doch die Täter wird man nicht so schnell – wenn überhaupt – erwischen. Verschenktes Geld anzunehmen ist ja schließlich keine Straftat.


Ingrid Schmitz schreibt genau über diese Taten in ihrem Roman Liebesiller. Er soll eine Warnung für alle Frauen sein. Ihr Buch birgt die Message: „Seid aufmerksam! Lasst Euch nicht unter Druck setzen! Zahlt nie, wenn ihr den Liebsten nicht wirklich gut kennt. Egal, was er auch versucht.“


Die Protagonistin Mia Magaloff wird in die Geschichte hineingezogen als sie sich mit Leo, einer Chat-Bekanntschaft, treffen will. Es passiert ein Mord und Mia kann es nicht lassen selbst nachzuforschen. So erfährt sie vieles über die Vorgehensweise der Täter. Die Polizei ermittelt und deckt mithilfe von Mia die Machenschaften der Betrüger auf.


Nach den ersten Seiten dachte ich an einen kleinen, niedlichen Sommerroman. Nichts Weltbewegendes. Nach dem ersten Erotik-Absatz war mein Interesse so ziemlich auf dem Nullpunkt. Nach einem billig, schlüpfrigem Roman war mir nicht, auch wenn’s ein Krimi sein soll. Dazu kam noch, dass ich gefühlte 30 Seiten dachte die Lösung bereits zu wissen. Doch da irrte ich mich sehr. Die Autorin wob in ihrem Krimi viele Charaktere, Schicksale und Geschichte in und umeinander. Immer wieder erwischte ich mich wie ich dachte: „Was soll das jetzt?“ Doch kurz danach war es wieder klar. Schritt für Schritt wird die Spannung bis zur Lösung aufgebaut und ein völlig anderes Ende, als erwartet, präsentiert. Das Ende ist sehr realitätsnah, auch wenn es mir nicht gefällt. Vielleicht hatte ich doch heimlich ein Happy-End erwartet?

Ingrid Schmitz Schreibstil ist sehr leicht. Das Buch liest sich angenehm und ihr zarter, versteckter Humor erfrischt. Sie schafft es, ihre Beschreibungen so zu dosieren, dass man sich in die Geschichte hineinprojizieren kann und Bilder selbst entwickelt. Schmitz gibt dem Geist die Chance selbst zu ermitteln, in Ecken zu schauen und unter Teppiche. Pläne zu schmieden und Spiegel zu putzen. Natürlich im Bildlichen. Es ist ein Roman, den man nicht nur wegen der ernsten Hintergrundgeschichte, aber vor allem Frau(en) lesen sollte.